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Waschen oder Baden?

Fußbad für Kühe Ade, oder?



Fußbäder für die Milchtiere bleiben immer wieder ein heißes Thema. Der Gesetzgeber steckt seine Ziele und lässt wenig Freiraum. Die Industrie sucht andere Wege und einer davon ist eine Klauenwaschanlage. Über das unter einem Wasserstrahl reinigen der Klauen und einem Teil der Unterfüße, sollte der infektiöse Druck verringert werden. René Pijl hat bei einer seiner Kunden der Waschanlage auf der Probe gestellt.



Geschichte des Betriebes

Einen Milchviehbetrieb in Kreis Stade mit 140 laktierenden Kühen wird seit 5 Jahre vom Autor betreut. 4 Tiere waren als Leistungstier abgemeldet und somit nicht in der Auswertung mitgenommen. Der Betrieb hat sich über den Jahren ständig weiter entwickelt und ist ständig gewachsen. Vor 1,5 Jahr ist einen kleineren Betrieb übernommen worden, inklusive die Tiere. Diese Tiere sind direkt nach Einführung in der Betrieb alle gepflegt vom Autor und frei von Mortellaro'sche Krankheit eingestuft. Die Klauenpflege findet grundsätzlich mit einer Dokumentation statt. Einen Boxenlaufstall mit geschlossener Lauffläche, welche bestückt ist mit Gußasphalt. Im Sommer haben die Kühe die Gelegenheit tagsüber sich auf der Weide zu bewegen. Gefüttert wird grundsätzlich im Stall, wo zum größten Teil das Pensum der benötigten Futter aufgenommen wird. Die Futterration besteht aus Grass, Mais und Kraftfutter. Gemischt in ein Futtermischwagen. Der Weide ist dar zum Auslauf und zum schnuppern. Einen hinzukommenden Vorteil ist die reinigende Wirkung vom Grass auf die Klauen. In den letzten 5 Jahren ist immer ein Thema gewesen, der Mortellaro'sche Krankheit. Das Baden hat nicht seine Fruchte abgeworfen, mit die eingesetzten Mitteln. Die umstrittenen Mittel wie Kupfersulfat und Formalin wurden angewandt. Übrigens sind diese beiden Mittel, laut Gesetzgeber, nicht als therapeutisches Mittel einzusetzen. In wissenschaftlichen Studien ist auch immer darauf hingewiesen das sie als Therapeutisches Mittel kaum eine bis zur keinen Wirkung haben. Gleichzeitig wurde von mehreren Wissenschaftlern gemeldet dass ein sehr negativer Reiz auf der geöffnete Lederhaut zu erwarten ist. Was eine Heilung im Wege steht und die Bildung vom neuen Epithel blockiert. Der Bestandsklauenpflege wird in halbjährigen Abständen durchgeführt. Normalerweise in die Monaten Januar und Juli. Die Hinterbeinen wird gepflegt und die Vordergliedmaßen nach Bedarf. Die Zwischendurchfälle, welche unvermeidbar sind, werden vom Landwirt selber gemacht. Die Waschanlage ist nach dem Auslauf vom Melkstand aufgebaut mit einem kleinen Wartehoff vor die Anlage.




Was für Erwartungen vom Waschen

Zunächst sollte gesagt sein dass nur bei infektiösen Klauenerkrankungen einen positiven Einfluss auf der Erkrankung sein kann. Zu diese Krankheiten zählen Fäule, Zwischenzehenphlegmone und fragwürdig die Mortellaro'sche Krankheit.





Fäule in Ballenbereich. V-förmige Riefen welche an einer Klaue schon bis an der Lederhaut ist vorgedrungen und einen Blutfleck zeigt sich.




Zwischenzehenpflegmone, Panaritium. Eine unbereinigte Version welche probiert in Stehen vom Besitzer zu Besprühen. Was nicht gelingen kann auf dieser Art und Weise.




Eine Mortellaro'sche Krankheit in einem fortgeschrittenes Stadium.



Zwischenzehenpflegmone ist eine Erkrankung welche sich absolute nicht therapieren lässt über ein Fußbad mit welchem Mittel auch immer. Hier muss eine antibiotische Spritze in Absprache mit de Tierarzt erfolgen. Wenn von einer Vorbeuge über ein Fußbad der Rede sein kann, könnte es bei dieser Krankheit sein. Fäule in ein fortgeschrittenes Stadium kann nicht ausreichend über das Fußbad geheilt werden. Hier ist erst Handwerk gefragt. Sprich die Klauen pflegen. Klauenkrankheiten wie Klauenrehe, Weiße Linie Defekte, Sohlengeschwüre, Tylome und Rotation der medialer Innenklaue lassen sich wie die Tabelle 1 zeigt, nicht beeindrucken vom Fußbad.



Möglichkeit
Variante
LAM
WLD
KSG
ROT
TYL
DSG

Kombination aus
Ch Fußbad
und
AB
Kein Ch kein AB
Kein Ch ein AB
ein Ch kein AB
Ch und AB
43.14
39.53
41.55
41.52
17.45
17.81
19.71
16.21
9.33
6.53
8.70
7.98
7.22
9.02
8.25
6.63
15.82
14.65
15.48
15.74
3.46
2.52
4.79
3.33



Tabelle 1: Verschiedene Lösungen im Fußbad in unterschiedlichen Variationen welche keinen signifikanten Resultaten zeigen. Aus der Datenbank von Pijl (2009) Lam-Klauenrehe: WLD-Weiße Linie Defekt: KSG-Klauensohlengeschwür: Rot-Rotation der Medialer Hinterklaue: TYL- Tylom: DSG-Dickes Sprunggelenk.



Abhängig sind die Ergebnisse von der Frequenz des Einsatzes. Die Waschanlage war bis zum letzen Pflege in August 2009, 4,5 Monate in Betrieb. Sie wurde 2 Mal der Woche angesetzt. In der zwischenliegenden Zeit wird die Anlage über eine Seilwinde hoch gezogen bis unter dem Dach. Das Wasser kommt aus einem Behälter welche auch einem Dachboden in der Nähe aufgebaut ist. Hier kann einer Zutat hinzugefügt werden in der richtigen Konzentration. Pro Tier und Durchlauf ist mit einer Verlust an Wasser von ca. 1.5 Liter zu rechnen. Denke an das Wasser was an die Füße hängen bleibt und ausschwebt. Wie auch wenn vorne an der Anlage feste Bestandteile, wie Stroh, Sägemehl und Sand etc. ausgefiltert werden, geht hier Wasser verloren. So wird der Anlage andauernd auf ein Arbeitsniveau gehalten von rundum die 15 Liter. Wenn ein Tier in Anmarsch ist wird über einen Bewegungsmelder die Pumpe in Bewegung gesetzt und fängt der Wasserstrahl zu laufen in die beiden getrennten Laufwannen mit einer Länge von 2,7 Metern.



Der Durchlauf nachdem der Wasserstrahl in Bewegung gesetzt ist über den Bewegungsmelder.






Überraschend war der sehr schnelle Akzeptanz der Anlage von den Tieren. Während der Visite vom Autor an der Betrieb zeigten die Kühe eine sehr zügige, ruhige und nicht auf zu haltende Drang durch zu gehen. Der für das Auge glatte Boden lies sich nicht bestätigen beim Betreten. Der Wasserlauf hört auf wenn das Tier die Anlage wieder verlassen hat und kein neues Tier in Anmarsch ist. Es ist möglich in der Anlage die verschiedensten Mittel zu zumischen. Da der Gesetzgeber wenig Freiraum lässt verschiedenen Mitteln ein zu setzen sollte man sich bewusst sein bei Einsätzen von den verschiedensten Flüssigkeiten. Wie die Entwicklung der verschieden Klauenkrankheiten über den letzten 5 Jahren war zeigt die Tabelle 2



Erkrankung17.08.200906.01.200904.08.200810.01.200809.07.200704.01.200630.06.2005 20.01.2005
Rehe51,0945,7732,0624,2452,7242,218,5423,47
D.D.34,331,6940,4543,9326,3641,2832,2550,43
D.I.D.6,5616,196,84 28,03 9,09 32,11 2,41 29,56
WLD12,414,0812,97 9,84 16,36 8,25 7,25 10,43
KSG15,325,6310,68 6,06 6,36 10,09 13,7 12,17
Rotation32,8442,9538,93 30,3 28,18 4,58 5,64 13,04
Tylom 24,8123,9434,35 28,78 22,72 22,01 9,67 22,6
DSG0,721,40,76 0 0 0,91 0,8 0,86


Tabelle 2: Die Entwicklung der Erkrankungen in der Testbetrieb ab den Anfang der Klauenpflege des Autors. Eine Analyse fehlt aus dem Jahr 2006, die Pflege ist gemacht. Der ersten Spalte mit Ergebnisse ist der ersten Pflege nach 4,5 monatigen Einsatz der Waschanlage. Es betrifft alle häufigsten auftretenden Klauenerkrankungen alle laktierenden Tiere


Der schnelle Rückgang in der Prävalenz von D.D. vom ersten zum zweiten Pflege (2005) lässt sehen dass die Einzeltherapie ein guter Erfolg bringen kann. Die niedrigere Tendenz während der letzten Pflege bei D.I.D. ist zurück zu führen auf der Sommerpflege. Bei Weidegang reduziert sie die D.I.D. sich fast bis zur Null. Sehe auch die anderen Sommertermine. Die höhere Prävalenz bei den Klauensohlengeschwüren ist entstanden durch eine notgedrungene Verspätung des Pflegetermins. Das geringere Vorkommen der Rotationen hat damit zu tun das weniger Erstkalbinnen in der zwischenliegenden Zeit eingestellt sind. Der Durchschnitt von über 23% bei Tylome ist überdurchschnittlich hoch. Hier hat der Zucht anscheinend seine Spuren hinterlassen und ist zu einem betriebsspezifischen Problem geworden. Hingegen sind wenig Dicke Sprunggelenke zu registrieren.


Erkrankung 17.08.2009 nach Einsatz Durchschnitt 7 Pflegetermine
Rehe 51,09 34,13
D.D. 34,30 38,05
D.I.D. 6,56 17,74
WLD 12,4 11.31
KSG 15,32 9,24
Rotation 32,84 23,37
Tylom 24,81 23,43
DSG 0,72 0,67



Tabelle 3: Durchschnitt alle vorliegenden Pflegen zu den letzten Pflege nach Einsatz der Anlage.


Hier ist bei der D.D. einen leichten Rückgang zu spüren. Wird die Tabelle 2 beachtet ist fest zu stellen dass der Prävalenz der D.D. in der Betrieb einigen Schwankungen zeigt. Eine stark ansteigende Rotation der Medialen Hinterklaue ist ebenso zu registrieren. Was übrigens nicht mit einer Waschanlage zu tun hat. Eine überbetriebliche stark steigende Tendenz ist bei der Rotation wahr zu nehmen. Das höhere Vorkommen von Klauensohlengeschwüren ist auf den etwas verspäteten Pflegetermin zurück zu führen.



Anzahl der Erstkalbinnen mit eine erste Pflege Anzahl Erstkalbinnen mit erste Pflege und betroffen von D.D. In % betroffen
23 14 60,86%

Tabelle 4: Tiere bei der ersten Pflegetermin als Erstkalbin für D.D. am 17.08.2009.


Für einen Vergleich und Weiterstudie sind die Erstkalbinnen der meist interessante Gruppe aus einer Herde. Hier sind Tiere welche noch keine Pflege hinter sich haben und keine Managementeinflüsse zu berücksichtigen sind. In Vergleich zu alle Erstkalbinnen über alle Betrieben aus der Pijl-Datenbank ist der Durchschnitt von 23% weit übertroffen. Hier würde man sagen können wenn der Waschanlage eine prophylaktischer Wirkung hätte, sollte der Durchschnitt bei dieser Alters-Kategorie geringer sein müssen. Hinzu wird bestätigt dass der Einzeltherapie wahrscheinlich eine bessere Wirkung zeigt.



Anzahl gepflegte Tiere Letzte pflege mit DD Vorletzte Pflege mit DD
17 7=41,17% 6=35,28%



Tabelle 5:Erstkalbinnen bei der ersten Pflege von 20.01.2009


Es gab 17 Tiere in dem Testbetrieb in der ersten Laktation mit einer zweiten Pflege. 41% war während der letzten Pflege betroffen und 35% in der vorletzten Pflege. Was einen Anstieg bedeutet. Der Stückzahl ist hier relativ gering, so lässt sich hier keine korrekte Aussage abzwingen.



Alle pflegte Tiere Pflegetermin 17.08.2009 Pflegetermin 20.01.2009
113 29=25,66% 35=30,97%


Tabelle 5: Alle anderen Tiere nach der ersten Pflege, sprich Kühe


113 Kühe blieben in der Herde welche in eine spätere Laktation sind als den Erstkalbinnen. Bei der letzten Pflege vor dem Einsatz waren 30% betroffen von D.D. und danach 25%. Eine positive Wirkung von 5% ist hier nicht zu übersehen. Hier sollte berücksichtigt werden dass die Tiere auf der Wiese gehen. Weidegang hat ein positiver Einfluss auf die Klauengesundheit. Der DLZ hat in Zusammenarbeit mit dem Autor hier schon berichtet.


Beide Pflegetermine mit O Befunde D.D. 20.01.2009 vor den Badansatz mit D.D. 17.08.2009 nach den Badansatz mit D.D. Beide Pflegen mit D.D.
60 20 17 16
53,09% 17,69% 15,04% 14,15%



Tabelle 6: Alle nicht Erstkalbinnen (113) mit den letzten beiden Pflegeterminen,


Diese letzte Tabelle lässt alle 113 Kühe, über der ersten Laktation sehen. 53% war über beide letzen Termine ohne D.D. Also gesund an D.D. Fast 18% war betroffen von D.D. bei der Pflege vor den Badansatz und nach der Ansatz nicht. 15% war nach der Ansatz der Waschanlage betroffen von D.D. und davor nicht. Für beiden Pflegen war 14% betroffen von D.D. Werden die beiden letzten Zahlen zusammen gezählt, landen wir bei 29% für die älteren Tiere nach der ersten Laktation. Über alle Betrieben aus der
Pijl-Datenbank ist der Durchschnitt bei alle Tieren rund die 22%.



Fazit

Der Waschanlage bietet ein Alternative für das Fußbad. Die reinigende Wirkung eines Wasserstrahls in einer Waschanlage mit einer Badefrequenz von 2-mal der Woche lässt bei älteren Tieren einem leicht positiven Ergebnis sehen. Bei Erstkalbinnen ist das Ergebnis nicht berauschend. Zu verstehen, Erstkalbinnen sind laut Studien die häufigste Tiere welche betroffen sind. Ein sehr leichter Rückgang in das Vorkommen ist bei älteren Kühen zu spüren nach dem Einsatz zu der Pflege vor den Einsatz. Es wird momentan eine höhere Durchlauffrequenz gefahren, von 5 Läufen der Woche. Dieses Ergebnis liegt Ihnen vor in 6 Monate.

Autor: René Pijl Bilder: René Pijl


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René Pijl . Klauenpfleger Meister . Fischershäuser 1 . 26441 Jever . E-Mail: r.pijl@t-online.de . Telefon: 04461-6863 . Fax: 04461-6988

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